Prison's Dialogue
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Im Exil lebende ehemalige politische Gefangene (Iran)
 

 


Aktuelle Meldungen über die Lage der am 1. Mai verhafteten Gewerkschafter bis 25.05.2009

Schwere Misshandlung der Gefangenen: Die Freie Gewerkschaft der Arbeiter im Iran FGAI berichtet von schweren Misshandlungen einiger Gefangene. Laut einem Bericht der FGAI wurden 3 der Gefangenen am Sonntag den 24. Mai zum berüchtigten Saal 209 gebracht und schwer zusammengeschlagen. Es handelte sich hierbei um Jafar Azim-Zadeh Vorsitzender der FGAI, Saeed Youzi und Mohammad Ashrafi, beide Mitglieder des Komitees zur Gründung der Arbeiterorganisationen „Peygiri“. Azim-Zadeh hatte zuvor die Erlaubnis erhalten seine Frau zu Besuch zu bekommen. Laut diesem Bericht der FGAI hatte Azim-Zadeh nach der Misshandlung stundenlang Glieder- und Kopfschmerzen. Die Kerkermeister wollten offensichtlich mit diesen Misshandlungen Geständnisse erzwingen.

Die Agentur Iran-Khabar berichtet am 24. Mai vom täglichen Treffen der Familienangehöriger der inhaftierten Aktivisten vor dem Gerichtsgebäude in der Moalem Straße in Teheran. Laut letzten Meldungen wurden die Inhaftierten von der Einzelhaft in den Saal 240 verlegt.
Einer der Inhaftierten berichtet an diesem Tag, dass Alireza Saghafi und sein Sohn Mohsen am Mittwoch von den restlichen Gefangenen getrennt und in den berüchtigten Saal 209 verlegt wurden. Anderen Gefangenen wurde ein Telefongespräch mit ihren Familien erlaubt.

Homayun Jaberi, ein gewerkschaftlich organisierter Busfahrer, wurde Laut unterschiedlichen Quellen nach der Freilassung aus dem Gefängnis entlassen. Jaberi beschwerte sich gegen die Kündigung beim Arbeitsgericht. Seine Beschwerde wurde von der Schlichtungskommission angenommen. Die Erfahrung jedoch zeigt, dass diese Beschwerden i.d.R. ohne Wirkung bleiben. Auch wenn die Arbeiter Recht bekommen, wird dies einfach von den anderen Gerichtsinstanzen ignoriert, wie der Fall Ebrahim Madadi, Stellvertretender Vorsitzender der Busfahrergewerkschaft Vahed zeigt. Er sitzt eine dreijährige Haft, obwohl das Arbeitsgericht und die genannte Schiedskommission ihn von den Vorwürfen frei sprachen und dem Arbeitgeber seine Wiederaufnahme angeordnet hatten.
Ein anderer Gewerkschafter namens Nasser Moharam-Zadeh wurde ebenfalls wegen gewerkschaftlicher Aktivität im Bezirk 3 entlassen.

Beschuldigungen gegen die inhaftierten Arbeiter: Nach 3 Wochen Haft, werden Beschuldigungen gegen die Inhaftierten deutlicher. Ayat Niafar, Mitglied des Komitee zur Gründung Arbeiterorganisationen, nannte in einem Gespräch mit Radio Farda, die Eckpunkte der Beschuldigungen. Den Inhaftierten wird demnach vorgeworfen:

  1. Vorgehen gegen die nationale Sicherheit
  2. Abhalten illegaler Versammlung
  3. Störung der öffentlichen Ordnung und
  4. Irreführung der öffentlichen Meinung.

Niafar betonte die Haltlosigkeit dieser Anschuldigungen, da die Inhaftierten festgenommen wurden, bevor je eine Versammlung statt gefunden hat.
Über die Haftbedingungen sagte Niafar weiter, die Gefangenen werden zu fünft in Einzelzellen runtergebracht und werden sehr schlecht behandelt. Obwohl die Verhöre offiziell beendet sind, werden die Gefangenen wieder in unregelmäßigen Abständen zum Verhör gebracht. Niafar sagte, dass einige der Inhaftierten wahrscheinlich noch ein Monat festgehalten werden.

Zwei weitere Arbeiter freigelassen: Die Busfahrergewerkschaft Vahed meldet die Entlassung zweier weiterer Gewerkschafter aus der Haft. Es handelt sich hierbei um Homayun Jaberi Mitglied der Gewerkschaft und Mansoor Haiat-Gheibi, Vorstandsmitglied dieser Gewerkschaft. Jaberi wurde am Samstag den 23. Mai und Haiat-Gheibi am Sonntag den 24. Mai aus der Haft entlassen.

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