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Exil lebende ehemalige politische Gefangene (Iran) | | | |
Granatapfel Blühten
4791 Tage Haft unter Monarchistische Schah Diktaur
Oktober 1965 – Dezember 1978
Abbass Mazaheri
EXPOSÈ
Das vorliegende Narrativ gibt einen autobiographischen Einblick in die Entstehungsbedingungen, unter denen sich das gegenwärtige islamische Regime Irans etablieren konnte. Die Wegbereiter dieser Herrschaft sind in den vielen, im Untergrund tätigen Widerstandsgruppierungen gegen ihren Vorläufer, das Schah-Regime, (1941 – 1979) zu finden. Der Autor war ein führendes Mitglied einer solchen Widerstandsgruppe, die zum großen Teil aus idealisierten, blauäugigen, naiven jungen Leuten im Alter zwischen 17 bis 22 Jahren bestand. Der Verfasser selbst war gerade 22 Jahre alt, als er verhaftet wurde.
In der vorherrschenden repressiven politischen Kultur während des Schahregimes blieb kein Raum für eine oppositionelle Politik jedweder Art. Sämtliche Parteien waren verboten, so dass sich eine Opposition nur im Untergrund formieren konnte.
Offen war die Konfrontation lediglich seitens der Geistlichkeit gegen das Schah-Regime, die vor allem unter Khomeinis Führung ganz andere rückwärts gewandte Ziele auf ihre Fahne geschrieben hatte. Sie machte keinen Hehl aus ihrem Widerstand gegen die auf Druck der US-Regierung vorgenommenen zögernden Reformbestrebungen des Schahregimes, sie betrieb ganz offen einen Kampf zur Einsetzung des Islams als Grundlage der gesellschaftlichen Ordnung.
Dies traf die Jugend, die sich aktiv am politischen Geschehen beteiligen wollte, besonders hart. Ihr blieb lediglich der Weg, sich einer der Untergrundgruppierungen anzuschließen.
Nachdem eine Zusammenarbeit mit all diesen Gruppierungen vom Verfasser und von den ihm Gleichgesinnten als wenig befriedigend befunden wurde, besann man sich auf Alternativen. Beeinflusst von Strömungen in den umliegenden Ländern im Nahen Osten (vor allem im Irak) wollte man eine Partei gründen, die zwar strukturelle Anleihen aus dem Sozialismus enthielt, jedoch den Islam in den Mittelpunkt stellte, und somit einen Gottesstaat herbeiführen wollte. Der offen getragene Widerstand Khomeinis trug ihm die Bewunderung der Jugend entgegen, Khomeini war ihr vermeintlicher Verbündeter im Kampf gegen den Schah, er war ihr jedoch nicht fortschrittlich genug.
Der Verfasser schildert im Einzelnen sehr anschaulich seinen politischen Werdegang bis hin zur Gründung der Islamischen Völkerpartei, zu ihrer Aufdeckung, der Verhaftung der Mitglieder und ihrer Verurteilung bei offenkundigen Scheinprozessen zu mehrjährigen Haftstrafen, und der Inhaftierung. Man gewinnt Einblick in den empörenden Gefängnisalltag verschiedener Haftanstalten, in denen der Autor seine Haftstrafe einbüßte bis zur Machtübernahme Khomeinis und seiner Freilassung, schlussendlich seine Flucht aus der Heimat im Zuge der Entwicklung des Iran unter der Geistlichkeit zum repressiven und brutalen islamischen Staat.
Der Verfasser macht als Insider die Gedankenwelt, Motive und Beweggründe von militanten Islamisten einem breiten Publikum autobiographisch einsichtig. Die Bezüge zu Ursachen und historischen Hintergründe werden deutlich gemacht, die gegenwärtige Lage in seinem Heimatland einbezogen. Die Gefahr einer monarchistischen Wiederauferstehung wird aufgezeigt, vor ignoranten und fehlgeleiteten Einmischungen von Außen (z.B. aus den USA) gewarnt. Mit der entlarvenden Beschreibung der politischen Verhältnisse und der genauen Kenntnis der Gedankenwelt von Islamisten wird auf eine Entwicklung hingewiesen, die terroristische Konsequenzen befördert. Die vorliegende Autobiographie kann in ihrer Eindringlichkeit auch als eine Warnung an junge Menschen gelesen werden, die anfällig sind für radikal-fundamentalistische Ideologien.
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