Freiheit
für alle politischen Gefangenen weltweit -
Die Isolation mit internationaler Solidarität beantworten !
Weltweit werden Menschen aufgrund ihrer politischen Aktivitäten
verfolgt, weggesperrt, gefoltert und getötet.
Die Verschärfungen der Repressions- und Isolationspolitik durch
die Herrschenden und die sich dadurch entwickelnde Situation sowohl
innerhalb der Knäste, als auch außerhalb ist für die politischen
Gefangenen deutlich zu spüren.
Am 18. Oktober 1977 wurden die drei politischen Gefangenen aus der
RAF Gudrun Ensslin, Andreas Baader und Jan-Carl Raspe im Hochsicherheitsgefängnis
Stuttgart-Stammheim ermordet. Das war vor 30 Jahren. Es gibt immer
noch vier politische Gefangene aus der RAF, die immer noch und z.T.
seit über 20 Jahren, davon viele Jahre unter schwersten Isolationsbedingungen
in deutschen Knästen sind - Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt
(seit 1982), Eva Haule (seit 1986) und Birgit Hogefeld (1993). Diese
Gefangenen werden nicht freigelassen, weil sie sich ihre revolutionäre
Identität bewahrt haben.
Stammheim steht nicht nur für Isolation und den Tod von politischen
Gefangenen in Deutschland, das Modell Stammheim wird international
exportiert.
Am 19. Dezember 2000 wurden in der Türkei die F-Typ Isolationsgefängnisse
nach dem "Prinzip-Stammheim" als Auflage der EU eröffnet.
Bei der Verlegung der politischen Gefangenen in die F-Typen wurden
28 Gefangene ermordet. Der Kampf gegen die Isolationshaft in der
Türkei hat bis heute 122 Menschenleben gefordert.
In Frankreich sitzen die Gefangenen aus der Action Directe, der
(n)PCI (Italien), PCE(r) und GRAPO (Spanien), George Ibrahim Abdallah
und über 200 politische Gefangene aus dem Baskenland, der Bretagne
und aus dem arabischen Raum in den Knästen.
Der revolutionäre Kommunist aus dem Libanon, George Ibrahim Abdallah,
sitzt seit 22 Jahren im Knast. Das Signal der Herrschenden ist eindeutig
er soll im Knast bleiben , solange er nicht abschwört.
Die politischen Gefangenen aus der Action Directe in Frankreich
werden aus ähnlichen Gründen wie die Gefangenen aus der RAF weiterhin
unter harten Bedingungen festgehalten, obwohl sie ihre Haftstrafen
bereits abgesessen haben. In beiden Fällen wird deutlich, dass ihre
Haft aus politischen Gründen andauert.
Repression und Isolation findet ebenfalls Italien statt, mittels
dem italienischen Gesetz 41bis sollen politische Gefangene und deren
Umfeld maximal isoliert werden. Das heißt Beschränkung der Anzahl
der Bücher und Zeitschriften, Besuche mit Trennscheibe, Telefonate
mit Angehörigen nur aus überwachten Polizeikasernen.
Zum 41bis gehört auch der Prozess per Videokonferenz. Der Angeklagte
verfolgt den Prozess auf einem Monitor in der Zelle eines Knastes,
alleine oder gelegentlich auch mit einem Anwalt. Der Angeklagte
kann somit so gut wie nicht mehr in den Prozess eingreifen. Damit
wird eine politische Prozessführung und die Organisation von Kollektiven
verhindert. Jede/r einzelne ist in den Gefängniszellen isoliert.
Seit Jahrzehnten kämpfen die Menschen im Baskenland für ihr Selbstbestimmungsrecht,
und ebenso lange werden ihre Forderungen mit Repression, Verfolgung
und Folter beantwortet. Noch immer sind mehr als 2000 Basken weltweit
auf der Flucht. Und es gibt über 700 Gefangene die über mehrere
Staaten, vor allem aber in Spanien, über 84 Gefängnisse verstreut
sind. 60% Prozent von ihnen befinden sich in Isolationshaft und
viele werden misshandelt und gefoltert.
Die Isolationspraktiken und inakzeptablen Bedingungen in einigen
Gefängnissen in Europa, beispielsweise auch im Hochsicherheitsgefängnis
in Nordirland, die kürzlich zu einem gemeinsamen Widerstand Dutzender
Irisch-republikanischer Gefangenen verschiedener Organisationen
geführt haben sind nur einige Beispiele.
Dieses gilt auch für die politischen Gefangenen in Afrika, Asien,
Latein- und Nordamerika, wo neben den fünf kubanischen politischen
Gefangenen etliche weitere wie Leonard Peltier und ehemalige Black
Panthers z.T. seit über 30 Jahren gefangen sind. Für Mumia Abu Jamal,
der seit 1981 in der Todeszelle sitzt, ist dieses Jahr entscheidend,
denn es geht um die Wiederaufnahme des Prozesses und seine Freilassung
- oder aber um die Bestätigung des Todesurteils und seine Hinrichtung.
Die Herrschenden wissen, dass ihr mörderisches Vorgehen beispielsweise
in Form von Angriffskriegen Widerstand erzeugt, für dessen Bekämpfung
ihnen jedes Mittel Recht ist. Dabei nutzen die imperialistischen
Staaten u.a. die sogenannten "Schwarzen Listen" und "Anti-Terror-Gesetze",
welche insbesondere seit dem 11. September verschärft oder ins Leben
gerufen wurden. Diese ermöglichen eine länderübergreifende Verfolgung
politisch Oppositioneller. In diesem Rahmen fanden nach den erst
neulich durchgeführten Repressionswellen in Dänemark und Belgien,
Razzien- und Verhaftungswellen in der BRD statt, wobei die Verhafteten
wegen Mitgliedschaft in der DHKP-C mit Hilfe des Anti-Terror-Paragraphen
§ 129b verurteilt werden sollen.
Immer mehr Verfahren gegen Oppositionelle, die als "Terroristen"
gebrandmarkt werden, sollen die Rechtfertigung ihrer Konterrevolution
im Namen des "Kampf gegen den Terrorismus" bekräftigen.
Die Einteilung von Menschen in "gut" und "böse",
also in "systemtauglich" oder eben nicht kennzeichnet
ihr Vorgehen. In erster Linie soll damit eine Spaltung vorangetrieben
werden, die sich in Isolation ausdrückt.
Wir können deshalb auch vor dem G8 Gipfel 2007 (voraussichtlich
6.-8. Juni) in Heiligendamm mit zunehmenden Angriffen auf organisierte
Strukturen rechnen. Da es sich hierbei in erster Linie um präventive
Kriminalisierungsmaßnahmen handelt, wird damit das Ziel der Abschreckung
Anderer sich an den Protesten zu beteiligen bzw. sich mit Aktivisten
der Gegenproteste zu solidarisieren verfolgt.
Die Isolation zwischen den Kämpfenden innerhalb der Knäste und denen
außerhalb der Knäste, aber auch Isolation von revolutionären Kräften
und der Gesellschaft sind weitere Formen. Alle erfüllen den Zweck
der Verhinderung von organisierten und breiten Widerstand.
Diese Isolationspolitik wird mit verschiedenen Mitteln vorangetrieben
und zeigt sich durch die Internationalisierung der kapitalistischen
Ausbeutung welche sich in der imperialistischen und neokolonialistischen
Vorherrschaft widerspiegelt, aber auch in der internationale Vernetzung
der Militär-, Geheimdienst, Polizei-, Medien-, Bildungs-, und Flüchtlingspolitik.
Die sich daraus entwickelnden international koordinierten Projekte
der Eliten die ihrer Herrschaftssicherung dienen, müssen wir zum
Gegenstand unserer Auseinandersetzung machen.
Angesichts dieser Entwicklung ist es notwendig, grundsätzlich gegen
die verschiedenen Formen der Isolation aufzutreten. Und im Rahmen
des 18. März, des Kampftages für die politischen Gefangenen, in
einem gemeinsamen Projekt, gemeinsamen Aktionen als Ausdruck unseres
Widerstandes entgegenzusetzen.
Internationale Solidarität statt Isolation
Widerstand gegen Repression
Kampf um Befreiung