Prison's Dialogue
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Im Exil lebende ehemalige politische Gefangene (Iran)

Erklärung feministischer Transgender aus Peru, Argentinien, Mexiko, DomRep, Kolumbien auf der Abschlusskundgebung des 11. Feministischen Treffen Lateinamerikas und der Karibik, das in Mexiko-Stadt im März 2009 stattgefunden hat
 Verehrte Genossinnen,
 Wir, Transvestiten, Transsexuelle, Transgender, sind keineswegs neue Subjekte des Feminismus. Wir sind trans  - mit den Beinamen –vestiten, -sexuelle, -gender usw. Wir sind hier, wie alle Anwesenden, weil wir Feministinnen sind – jede auf ihre Art und nach ihrem Geschmack.
Wir sind auch Kampf, Widerstand, eigene Persönlichkeiten, feministische Körper und Leidenschaften. Wir stellen uns gegen das patriarchale System, das uns unterdrückt: manchmal auf die gleiche, manchmal auf unterschiedliche Art und Weise, so wie es eben Personen unterdrückt, die nicht seiner Normierung entsprechen, die „aus der Rolle fallen“. 
Wir kämpfen für die Abschaffung des Abtreibungsverbots, für das Selbstbestimmungsrecht über unsere Körper, über unsere Lust, unsere Sexualität, unsere Geschichte, unsere Identitäten.
Wir verurteilen Menschenhandel und Kinderarbeit, wir sind Menschen, denen das Patriarchat die Rolle von Prostituierten zuweist, aber wir akzeptieren die Prostitution nicht als Schicksal, sondern wir fordern, dass unsere Tätigkeit als Dienstleistung, also als Arbeit anerkannt wird.
Wir sind Feministinnen der Unterschiedlichkeit und der Gleichheit, autonome Feministinnen. Wir nehmen uns die Freiheit, über unsere Körper selbst zu entscheiden, die umzuformen, sie umzukleiden, zu transvestieren.
Wir sind lesbisch, heterosexuell, Transvestiten, Transsexuelle, Bisexuelle, Transgender, Intersexuelle …. und stellen uns durch unser praktisches Handeln tagtäglich quer zum Patriarchat.
Wir sind weiß, schwarz, indigen, jüdisch und palästinensisch, sind Huren, sind arm, sind Landarbeiterinnen, sind jung, sind alt, wir sind Feministinnen aller möglichen Schattierungen.
Wir wehren uns dagegen, durch repressive Gesetze oder Normen und Konventionen kriminalisiert zu werden, die sich auf eine vermeintliche Moral und Sittlichkeit berufen.
Wir verwahren uns gegen alle Fundamentalismen, besonders die, welche den biologistischen Determinismus predigen, und laden dazu ein, die Ein- und Abgrenzungen der Körper, der Subjektivitäten und des Begehrens aufzubrechen, verschwinden zu lassen.
Wir fordern, dass unsere Geschichte und unsere Beteiligung am Kampf anerkannt werden, nicht nur von Seiten derer, die uns unterdrücken, sondern auch von unseren Kampf-genossInnen.
Wir fordern einen laizistischen Staat, denn wir meinen, dass es ohne die Einmischung der Religion viel weniger Unterdrückung gäbe.
Wir fordern für uns alle das Recht auf Bildung, Gesundheit, Wohnung als unveräußerliches Menschenrecht, das für alle Menschen zu gelten hat und als solches zu verteidigen ist.
Wir freuen uns über die Anwesenheit von KünstlerInnen auf diesem Treffen, insbesondere Kabarettistinnen, denn der Humor und die Unbotmäßigkeit sind zutiefst feministisch..
 
Mehr als 300 Teilnehmerinnen haben diese Erklärung unterzeichnet.


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